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Foto: Stefan Korte

Samstag, 15. Januar | 21:00 Uhr

 

Pop Freaks - La Stampa

Support: Nova Huta

 

Eintritt: >> Vorverkauf : € 10,- / >> Abendkasse : € 13,-

 

 

präsentiert von:

 

 

Ein funkelnder Lotse in der ideologischen Kernschmelze unserer Tage Die Gentlemen der englischsprachigen Kunstschreibe Jan Verwoert und Jörg Heiser (frieze, afterall etc.) und ihre Third-Order Postpostpoppunk-Gruppe, erweitert um den tschechischen Sinuswellenguru Reznicek (Nova Huta/Groenland Orchester) an Klangerzeugern sowie den halbargentinischen Genfer Ex-Tennisprofi und Pianovirtuosen Thomas Hug am 11-Finger-Klavier. Zusammengehalten wird das heterogene Charakterkonglomerat durch das bosnische Herz, den Balkanfilm-Impresario Jons Vukorep am Adrenalinschlagzeug. Nach zwei Jahren zwischen Transitproberäumen und Karaokeparties heißt es jetzt: Bitte quer nach vorne raus, Dunkeltanzen war gestern! Kunstschwärmer stellen sich der Popkritik im Postpopwunderland!

 

Die Debütplatte PICTURES NEVER STOP steht im Glanz einer neuen Unverfrorenheit des Umgangs mit Sprachen, Barrieren, atomisierten Stilpartikeln, melodietrunkenem Glück und rhythmischem Kick, Songs, die leuchten. Der englische Kritiker Dan Fox sagt sie klingen – Achtung Referenzkürzel – wie eine Mischung aus Devo und Belle & Sebastian (während Labelchef Maurice Summen von hinten “F.S.K.” ruft).

 

Wenn Jan Verwoert seinen Bass testet, unterläuft ihm schonmal ein Joy-Divison- Lauf, wo er sonst eher bei Justin Timberlakes Future-Sex/Love-Sounds mitsingt. Timbaland-Beats wiederum sind für das Schlagzeugspiel von Jons Vukorep genau so wichtig wie die minimalistischen Ausläufer des Post Punk oder das expressive Durchdrehen amerikanischen Noiserock, nicht ohne dabei einen pathetischen Popsong von Tatu anzustimmen, als wäre da jemand gerade bei Laibach ausgestiegen. Jörg Heiser kann seine Schwäche für skandinavisch-frankophile Pop-Dance-Versponnenheiten von Röyksöpp über Husky Rescue bis Bertrand Burgalat nicht verleugnen, aber will auch nicht ohne die Text- und Singsensibilitäten von F.S.K. bis Flowerpornoes auskommen müssen. Der ausgemachte Skandinavienskeptiker Reznicek wiederum ist das Missing Link zwischen Robert Smith und Robert Hood, Home-Recording und Wall of Sound, unter Zuhilfenahme von tschechoslowakischen Kinderfilmen und Softporno-Chanson-Soundtracks. Thomas Hug schließlich hat all dem gegenüber eine klar und scharf umrissene musikalische Wiege, die sich in zwei Namen kristallin manifestiert: Frédéric Chopin und Freddie Mercury.

 

www.myspace.com/lastampaberlin