Freitag, 22. Januar 2010 | 21:00 Uhr

Knut und die herbe Frau
MUSS LEIDER AUSFALLEN!!
Eintritt: >> Vorverkauf : € 8,- / >> Abendkasse: € 10,-
Von Liebe zu singen, ist wie vom Leben zu singen. Liebe und Leben sind
natürlich keineswegs synonym. Zu singen: „Ich liebe Dich“
anstelle von „Ich lebe mit Dir“ und so fort: Das funktioniert
natürlich nicht. Knut und die herbe Frau wollen vor allem immer nur
über Liebe singen, weil sie die auch meinen, wenn sie „Liebe“
singen. Aber wer ist nur mit „Die herbe Frau“ gemeint, die
sich da strukturalistisch an Knuts Seite quält? Obwohl SIE eigentlich
ein ER ist, nämlich Benedikt Filleböck von einer anderen Band,
die auch nur allzu gerne über die Liebe und ihre Erfolge singt: Wolke.
Und herbe? Wer soll das sein? Eine herbe Frau? Eine ungeliebte Frau? Eine
Frau, die man mit Geschenken überhäuft, weil sie so herbe ist?
Weil man sie lieben muss? Weil man ihr einen Antrag macht, damit man für
immer mit ihr leben darf? Und wie ist das mit der Ehe in Zeiten des Popfeminismus?
Knut und die herbe Frau? Wie schaut es aus? So lange, bis der Tod euch
scheidet? Oder seid ihr nur ein Projekt - der widerwärtigste Begriff
des Postpopföderalismus jenseits aller Digitalisierungsfragen –
neben, klar: dem/der PraktikantIn. Ein Projekt der Liebe? Praktikanten
der Liebe? Wer oder was seid ihr? So oder so: Wir sind ja für die
Trennung von Liebe und Staat.
„Ich bin hilflos in Freiheit – ich muss im Reich der Mitte
bestehen!“ singen Knut und die herbe Frau und die Frage, die sich
da gleich anstellt in der Reihe der Fragen, die es zu beantworten gilt,
lautet: Ist das Blues? Noch schöner gefragt, wie die Alt-68er das
getan hätten: Haben Knut und die herbe Frau den Blues? Wer keine
Liebe hat, der hat den Blues. Das wissen wir. Aber dieses kammermusikalische
Klavier in all diesen Liedern - ein deutscher Pianist kennt und kann doch
keinen Blues spielen. Der Tastenkaiser der Musik spielt das Leid der Welt
und seiner Geschichte in Würde mit seinen durchtrainierten, flinken
Fingerkuppen. Bevor der Pianist auch nur einen Moment damit vergeudet,
herumzujammern, spielt er Jahre lang Partituren des Weltkulturerbes rauf
und runter, während seine Freundinnen im Hinterhof Fußball
spielen – oder „Wahrheit oder Pflicht“. Wenn der Pianist
später auf Popplatten spielen muss, ist er naturgemäß
ein wenig enttäuscht. Er darf mit seinen spielerischen Möglichkeiten
vielleicht gerade einmal drei oder fünf Akkorde auseinandernehmen.
Das ist aber immer noch besser, als gar nicht mehr zu spielen und Taxi
zu fahren, so ein Pop-Piano. So ein Pop-Pianistenleben. Schön, dass
es auch für die Großen reichlich Spielzeug gibt: Computer,
Synthesizer und Sampler; und Tontechnik und das ganze andere Kabelsimsalabim
aus der Produzentenkiste. Da kann er sich weiterbilden, der Pop-Pianist.
Knut und die herbe Frau: Ein Indiepoptrobador
(„Knut“) und ein wohltemperierter Poppianist („Die herbe
Frau“) bei der Arbeit: Verliebt, manchmal verrückt wie entzückt
und immer in, aus und durch die Liebe hindurch: „In unserem Glück
werden wir uns heut beschließen, wir sind ein Wärmestrom, und
da zusammen fließen“.
www.myspace.com/knutunddieherbefrau
Auf der Seite von Intro gibt es das Video zu "Blutiger Sonntag" >>
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